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Aktionärbindungsvertrag Vorlage für die Schweiz

Ein Aktionärbindungsvertrag für eine Schweizer Aktiengesellschaft, gebaut für Gründerteams und erste Investoren. Laden Sie die Word-Datei herunter und lesen Sie, was jede Klausel entscheidet, bevor Ihre Mitaktionäre unterschreiben.

Kostenlos · DOCX · 4 KB · Aktualisiert am 18. August 2026

Wann Sie diese Vorlage verwenden

Verwenden Sie sie, wenn eine Schweizer Aktiengesellschaft (Art. 620 OR) mehr als einen Aktionär hat und die Aktionäre Regeln wollen, die ihnen das Gesetz nicht gibt: wer im Verwaltungsrat sitzt, welche Entscheide alle brauchen, was geschieht, wenn jemand verkaufen will. Die Vorlage passt für Gründerteams nach der Gründung und für kleine Eigentümerkreise, die einen ersten externen Investor aufnehmen.

Der Vertrag bindet die Aktionäre, nicht die Gesellschaft. Die Statuten binden alle automatisch; der Aktionärbindungsvertrag bindet nur, wer ihn unterschreibt, unter den Beteiligten in der Regel als einfache Gesellschaft (Art. 530 ff. OR). Dieser Unterschied entscheidet, wohin jede Regel gehört, und manche Regeln gehören an beide Orte.

Eine Finanzierungsrunde mit einem professionellen Investor bringt ihre eigene, ausführliche Vertragsdokumentation mit. Diese Vorlage ist für die Phase davor, in der die Alternative nicht ein besseres Dokument ist, sondern gar keines.

Die Klauseln im Einzelnen

Parteien, Zweck und Geltungsbereich

Der Vertrag nennt die gebundenen Aktionäre und erfasst alle Aktien, die sie jetzt halten oder später erwerben. Gerade das Letzte zählt: Ein Vertrag, der künftige Aktien stillschweigend ausklammert, lädt zu genau der Umgehung ein, die er verhindern sollte.

Zusammensetzung des Verwaltungsrats und Zustimmungsvorbehalte

Die Aktionäre verpflichten sich, so zu stimmen, dass der vereinbarte Verwaltungsrat gewählt wird, und die Liste der Zustimmungsvorbehalte definiert, welche Entscheide unter ihnen ein qualifiziertes Mehr oder Einstimmigkeit brauchen. Halten Sie die Liste kurz und wirklich wichtig: Budgets über einer Schwelle, neue Aktien, Geschäfte mit Aktionären, Verkauf des Unternehmens. Eine Liste, die das Tagesgeschäft erfasst, macht aus jeder Verwaltungsratssitzung eine Aktionärsverhandlung.

Informationsrechte

Die gesetzlichen Informationsrechte der Aktionäre sind beschränkt (Art. 697 OR). Die Vorlage gewährt stattdessen vertragliche Berichterstattung: Jahresrechnung und periodische Führungsinformationen. Vereinbaren Sie einen Rhythmus, den das Unternehmen tatsächlich durchhält.

Übertragungsbeschränkungen und Angebotspflicht

Kein Aktionär verkauft, ohne die Aktien zuerst den anderen zu denselben Bedingungen anzubieten (eine Angebotspflicht: sie greift, bevor ein Verkauf zustande kommt). Das ist das Herz des Dokuments: Es erhält die Kontrolle darüber, wer Mitinhaber wird. Beachten Sie, dass die vertragliche Beschränkung neben einer allfälligen Vinkulierung in den Statuten steht (Art. 685b OR); die beiden sollten zusammen entworfen werden, nicht zusammen entdeckt.

Tag-along und Drag-along

Das Tag-along-Recht lässt Minderheitsaktionäre zu denselben Bedingungen mitverkaufen, wenn eine Mehrheit aussteigt. Das Drag-along-Recht erlaubt einer definierten Mehrheit, die übrigen bei einem vollständigen Verkauf zum Mitverkauf zu verpflichten. Beide Klauseln tauschen Autonomie gegen Transaktionssicherheit, und die Schwellen, die Sie hier setzen, entscheiden, wer wen wozu zwingen kann. Lesen Sie sie mit der Beteiligungstabelle vor sich.

Konventionalstrafe

Pflichten, in bestimmter Weise zu stimmen oder Aktien zuerst anzubieten, lassen sich schlecht real durchsetzen, und ihre Verletzung lässt sich schlecht beziffern. Die Konventionalstrafe nach Art. 160 ff. OR setzt eine Zahl auf die Verletzung, geschuldet ohne Schadensnachweis und unter Vorbehalt der richterlichen Herabsetzung (Art. 163 OR).

Beitritt von Erwerbern

Jede Übertragung steht unter der Bedingung, dass der Käufer die dem Vertrag beigefügte Beitrittserklärung unterzeichnet. Das hält die Abdeckung des Vertrags stabil: Ohne diesen Mechanismus wandern mit jedem Verkauf Aktien aus den Regeln hinaus, an die alle übrigen weiterhin gebunden sind.

Dauer

Aktionärbindungsverträge sind typischerweise langfristig, aber sie können nicht ewig binden. Das Bundesgericht misst übermässige Bindungen an Art. 27 ZGB (BGE 143 III 480). Die Vorlage arbeitet mit einer festen Dauer und Verlängerung; das ist leichter zu verteidigen als «ewig, ohne Ausstieg».

Anwendbares Recht und Streitigkeiten

Schweizer Recht, mit definiertem Gerichtsstand. Unter Mitaktionären, die weiter zusammenarbeiten müssen, lohnt sich eine Mediationsstufe vor dem Gang ans Gericht oft.

Anpassung an Ihre Situation?

Eine Vorlage deckt den Normalfall ab. Eine Anwältin oder ein Anwalt deckt Ihren ab: fester Umfang, fester Preis, und ein Dokument, das Sie wirklich unterschreiben können.

Diese Vorlage und die Erläuterungen dazu sind allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Ob sie zu Ihrer Situation passen, hängt vom Sachverhalt ab, im Zweifel fragen Sie nach.

Fragen

Häufige Fragen

Bindet ein Aktionärbindungsvertrag die Gesellschaft?

Nein. Der Vertrag bindet die Aktionäre, die ihn unterschreiben, nicht die Gesellschaft als solche. Deshalb brauchen manche Regeln ein zweites Zuhause in den Statuten: Eine Vinkulierung in den Statuten bindet alle und wirkt auf die Aktien selbst, während der Vertrag Pflichten hinzufügt, etwa die Mechanik der Angebotspflicht, die die Statuten nicht tragen können. Die beiden Dokumente müssen als Paar entworfen werden.

Was geschieht, wenn ein Aktionär verkauft, ohne die Aktien zuerst anzubieten?

Der Verkauf an den Dritten ist in der Regel trotzdem gültig, denn der Vertrag bindet den Käufer nicht. Den übrigen Aktionären bleibt ein Anspruch aus Vertragsverletzung gegen den Verkäufer, und genau deshalb enthält die Vorlage eine Konventionalstrafe: Ohne sie ist der Beweis der Schadenshöhe der schwierigste Teil des Falls. Prävention auf der gesellschaftsrechtlichen Seite leistet die Vinkulierung in den Statuten, die verhindern kann, dass der Käufer ins Aktienbuch eingetragen wird.

Bindet der Vertrag, wer später Aktien kauft?

Nur wer unterschreibt. Die Vorlage verpflichtet jeden Aktionär, eine Übertragung vom Beitritt des Käufers zum Vertrag abhängig zu machen; so bleibt der Kreis praktisch geschlossen. Für genau diesen Moment liegt der Vorlage eine Beitrittserklärung bei. Ohne einen solchen Mechanismus schrumpft die Abdeckung des Vertrags mit jeder Übertragung.

Wie lange darf ein Aktionärbindungsvertrag dauern?

Lange, aber nicht ewig. Ein Vertrag ganz ohne Ausstieg kann eine übermässige Bindung sein, die ein Gericht nicht unbegrenzt durchsetzt. Die praktische Antwort ist eine feste Dauer mit automatischer Verlängerung, sofern nicht gekündigt wird, und so hält es die Vorlage. Für Gründerteams ist der realistische Horizont ein Exit: Der Vertrag sollte sagen, was mit seinen Pflichten geschieht, wenn das Unternehmen verkauft wird oder an die Börse geht.

Unterschreiben Sie nicht den Normalfall.

Sagen Sie uns, wofür das Dokument gedacht ist. Sie erhalten eine Fassung für Ihre Situation, geprüft von einer Anwältin oder einem Anwalt, zum festen Preis.