«Wir nutzen KI» ist einer der uninformativsten Sätze der Rechtsbranche geworden. Er kann einen neu gebauten Prozess mit Kontrollen bedeuten — oder ein Chatfenster, das jemand zwischen zwei Memos öffnet. Als Auftraggeber können Sie die Technologie nicht auditieren, und Sie müssen es auch nicht. Fünf Fragen — und die Form guter und schlechter Antworten darauf — trennen seriöse Praxis von Marketing in einem einzigen Gespräch.

Wer beaufsichtigt die Arbeit?

Gute Antwort: Eine bestimmte, namentlich genannte Anwältin prüft jedes Arbeitsprodukt, bevor es Sie erreicht; ihr Name steht auf dem Ergebnis, und ihre Auslastung macht echte Prüfung plausibel. Auf die Frage, wer Ihr Mandat beaufsichtigt, sollten Sie einen Namen erhalten, kein Organigramm.

Warnsignale: «Die Qualität wird durch das System sichergestellt», Aufsicht, die als Stichprobe beschrieben wird — oder das bisweilen muntere Eingeständnis, das Volumen sei zu hoch, als dass jemand alles lesen könnte, was der Klient erhält.

Ebenso aufschlussreich ist die Anschlussfrage: Wie viel Zeit verbringt die aufsichtführende Anwältin typischerweise mit einem Mandat wie Ihrem? Die Antwort muss nicht gross ausfallen — sie muss mit echter Prüfung vereinbar sein.

Ist jeder Befund auf seine Quelle rückführbar?

Gute Antwort: Ja — und hier ist die Vorführung. Jede Aussage im Ergebnis verweist auf die genaue Klausel oder das Dokument, aus dem sie stammt; die Abdeckung wird ausgewiesen, einschliesslich dessen, was nicht lesbar war; Zitate sind wörtlich. Diese Frage stellt man am besten vor einem Bildschirm.

Warnsignale: Genauigkeitsstatistiken anstelle von Nachvollziehbarkeit. «Das Modell ist sehr zuverlässig» beantwortet eine andere Frage — es sagt Ihnen, dass die Befunde meistens stimmen, und zugleich, dass Sie nicht wissen können, welche.

Wer steht für das Ergebnis ein?

Gute Antwort: Wir — mit derselben beruflichen Verantwortung wie bei jedem anderen Mandat. Die Mandatsvereinbarung sollte sich nicht anders lesen, weil KI im Spiel war; Haftung, Berufsgeheimnis und Sorgfaltspflicht der Kanzlei ändern sich nicht mit ihrem Werkzeug.

Warnsignale: KI-spezifische Haftungsausschlüsse in den Mandatsbedingungen, Formulierungen, die Verantwortung in Richtung eines Softwareanbieters verschieben, oder die Andeutung, für KI-gestützte Arbeitsprodukte gelte ein anderer Sorgfaltsmassstab. Wenn die Kanzlei nicht hinter dem Ergebnis steht, stehen Sie dahinter. Diese Frage gehört schriftlich geklärt, nicht im Gespräch — lesen Sie die Mandatsbedingungen mit ihr im Kopf, bevor Sie unterschreiben.

Wie wird mit vertraulichen Daten umgegangen?

Gute Antwort: präzise und ohne Zögern. Wo die Daten verarbeitet werden, unter welchen Verträgen, ob sie zum Training von Modellen verwendet werden (das sollten sie nicht), wie das Berufsgeheimnis gewahrt bleibt und was mit den Daten nach Mandatsende geschieht. Eine Schweizer Kanzlei sollte aus ihren eigenen Pflichten heraus antworten, nicht aus der Broschüre ihres Lieferanten.

Warnsignale: «Unser Anbieter ist vollständig compliant», ohne sagen zu können, womit; nicht zu wissen, in welchem Land verarbeitet wird; oder die Frage ungewöhnlich zu finden. Kanzleien, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, empfinden dies als die leichteste der fünf Fragen.

Was geschieht, wenn das System unsicher ist?

Gute Antwort: Unsicherheit wird ausgewiesen, nicht geglättet. Mehrdeutige Klauseln, unlesbare Dokumente und widersprüchliche Quellen werden im Arbeitsprodukt markiert und an die verantwortliche Anwältin eskaliert — und die Kanzlei kann Ihnen zeigen, wie eine solche Markierung in der Praxis aussieht.

Warnsignal: «Es irrt sich sehr selten.» Jedes System dieser Art ist manchmal unsicher; eine Kanzlei, die ihr System nie hat zweifeln sehen, hat ein System, das Zweifel versteckt — die gefährlichste Konstellation auf dieser Liste.

Keine dieser fünf Fragen handelt von Technologie. Sie handeln von Aufsicht, Belegen, Verantwortung, Vertraulichkeit und Ehrlichkeit — den Fragen, die Sie jedem juristischen Team stellen würden, geschärft für eine neue Arbeitsweise. Genau das ist der Punkt: KI ändert nicht, was Sie von einer Kanzlei erwarten dürfen; sie ändert, wie sichtbar eine Kanzlei diese Erwartungen erfüllt — oder verfehlt. Kanzleien, die diese Arbeit ernst nehmen, hören die Fragen gern, denn die Antworten sind ihr Unterscheidungsmerkmal. Wir gehören dazu — und wenn Sie uns die fünf Fragen stellen möchten, freuen wir uns darauf.