Die meisten Funktionen eines Unternehmens werden gemessen. Der Vertrieb hat Abschlussquoten, der Betrieb hat Durchlaufzeiten, die Finanzabteilung misst Abweichungen vom Budget. Die Rechtsfunktion ist oft die Ausnahme: beurteilt nach Anekdoten, Rechnungshöhe und dem allgemeinen Gefühl, es sei gut gegangen. Das liegt nicht daran, dass sich Rechtsarbeit nicht messen liesse. Es liegt daran, dass die traditionelle Rechnungseinheit — die Stunde — den Aufwand des Anbieters misst, nicht das Ergebnis für den Auftraggeber. Vier Zahlen leisten mehr.

Durchlaufzeit

Die Uhr beginnt, wenn das Geschäft fragt, und endet, wenn eine brauchbare Antwort vorliegt — nicht, wenn die Anwältin das Dossier öffnet, und nicht, wenn ein Memo verschickt wird, das drei Runden Rückfragen auslöst. Schauen Sie neben dem Durchschnitt auf die Verteilung: Geschäfte scheitern nicht am typischen Fall, sondern am Ausreisser. Eine Vertragsprüfung, die meistens zwei Tage dauert und gelegentlich drei Wochen, ist für ein Verkaufsteam ein Drei-Wochen-Prozess — geplant wird nach dem schlimmsten erlebten Fall.

Die Durchlaufzeit ist zugleich die Zahl, die der Rest des Unternehmens am unmittelbarsten spürt. Sie entscheidet darüber, ob die Rechtsfunktion als Teil des Geschäfts erlebt wird oder als Hindernis.

Planbarkeit der Kosten

Diese Zahl handelt nicht von Billigkeit. Sie misst die Lücke zwischen dem, was zu Beginn gesagt wurde, und der Rechnung am Ende. Eine planbare Rechtsfunktion lässt sich budgetieren, und ihre Kosten lassen sich in Geschäfte einpreisen. Eine unplanbare erzieht das Unternehmen dazu, gar nicht erst zu fragen — und die nie gestellten Fragen sind der grösste versteckte Kostenposten jeder Rechtsfunktion.

Planbarkeit ist vor allem eine Eigenschaft des Prozesses, nicht des guten Willens. Arbeit, die einem definierten Weg folgt, lässt sich vor Beginn bepreisen; Arbeit, die jedes Mal improvisiert wird, nicht. Der Test ist einfach: Wie oft hat im letzten Jahr die Schlussrechnung die Schätzung deutlich überschritten — und hat jemand angerufen, bevor es so weit war?

Nacharbeit und Ergebnisqualität

Die Nacharbeitsquote: Wie oft geht ein Arbeitsprodukt zurück, weil es die falsche Frage beantwortet, am Auftrag vorbeigeht oder für den Empfänger ausserhalb der Rechtsabteilung unbrauchbar ist? Sie ist ein günstiger Indikator für Prozessqualität — hohe Nacharbeit bedeutet fast immer, dass der Auftrag am Anfang schlecht gefasst wurde, nicht, dass die Anwältin am Ende nachlässig war.

Die Ergebnisqualität ist die schwierigste und wichtigste Zahl. Hat der Vertrag gehalten, als er auf die Probe gestellt wurde? Hat die eingenommene Position den Streit überstanden? Waren die markierten Risiken diejenigen, die tatsächlich eintraten? Das lässt sich nur rückblickend beurteilen — weshalb es kaum jemand erfasst. Ein periodischer Blick zurück auf die Dokumente, die die Ereignisse inzwischen getestet haben, sagt mehr als jede Zufriedenheitsumfrage.

Warum abgerechnete Stunden nichts davon messen

Eine Stundenzahl sagt nichts über Geschwindigkeit — ein langsamer Prozess stellt mehr in Rechnung. Nichts über Planbarkeit — die Stunde ist konstruktionsbedingt offen. Nichts über Nacharbeit — doppelt gemachte Arbeit wird doppelt fakturiert. Und nichts über Ergebnisse. Schlimmer noch: Der Anreiz zeigt in die falsche Richtung, denn Effizienz senkt den Umsatz.

Das ist kein Vorwurf der Unredlichkeit an die Stundenabrechnung. Es ist der nüchterne Befund, dass sie uninformativ ist: Sie misst Einsatz, als wäre er Ertrag. Eine hohe Stundenzahl ist vereinbar mit exzellenter Arbeit, mit mittelmässiger Arbeit und mit exzellenter, aber ineffizient erbrachter Arbeit — und die Rechnung verrät Ihnen nicht, was Sie erhalten haben.

Was Sie von einem Anbieter verlangen sollten

Bitten Sie um ein Reporting entlang der vier Zahlen:

  • typische und maximale Durchlaufzeit je Art von Arbeit;
  • offerierte gegenüber schliesslich verrechneten Kosten, Mandat für Mandat;
  • wie oft Arbeit nach der Ablieferung korrigiert oder neu gemacht wurde;
  • bei Prüfarbeit: was abgedeckt wurde und woher jeder Befund stammt.

Nichts davon erfordert ein Dashboard-Projekt. Eine gemeinsame Übersicht, ein paarmal im Jahr aktualisiert, genügt für den Anfang — entscheidend ist, dass die Zahlen existieren, dass beide Seiten sie anschauen und dass das Gespräch über Rechtsarbeit von Anekdoten zu Belegen wechselt.

Ein Anbieter mit strukturiertem Prozess kann diese Zahlen ohne Heldentaten liefern — sie fallen als Nebenprodukt an. Ein Anbieter, der es nicht kann, sagt Ihnen damit auf die höflichste Art, wie die Arbeit organisiert ist. Wir berichten entlang dieser Zahlen, weil unsere Arbeitsweise sie von selbst erzeugt: Systeme übernehmen das strukturierte Lesen, und eine namentlich verantwortliche Anwältin liefert das Urteil und steht für das Ergebnis ein. Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Rechtskosten kaufen, beginnen Sie mit diesen vier Zahlen.